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Tapezieren - so geht's


Die 5. Wand

Die Zimmerdecke ist so groß wie der Fußboden und beeinflußt die Proportionen und Lichtverhältnisse des Wohnraumes ganz erheblich. Sie einfach weiß zu lassen, zeugt nicht gerade von Ideenreichtum. Reizvolle Strukturen in unterschiedlichsten Tönungen stehen in reicher Auswahl zur Verfügung.

Nun zur Tapezier-Technik: Die Breite der ersten Bahn wird markiert. Die Tapezierung führt mit dem Licht vom Fenster zur gegenüberliegenden Wand. Man tapeziert am einfachsten zu zweit. Während man die Bahn am Fenster ansetzt hält der Partner die restliche Bahn mit dem Besen hoch, bis die Tapete angedrückt ist.

Türen
Türen sind für den Anfänger eine unangenehme Hürde, die aber leicht zu nehmen ist. Nur darf man Türen nie von beiden Seiten angehen, dann kann das Muster nicht passen. Man tapeziert von einer Seite an die Tür heran. Wenn zuletzt die Bahn wesentlich breiter ist als der noch verbleibende Abstand zur Zarge, teilt man die Bahn, und zwar so, daß zwei bis drei Zentimeter am Türrahmen überstehen. Den Überstand schneidet man nach dem Andrücken mit dem Cuttermesser um Spachtel entlang ab. Die übrigqebliebene Bahn wird über der Tür eingepaßt und ebenso beschnitten. So ist die Fortsetzung des Musters auf der anderen Seite der Tür garantiert, und das Problem ist zügig gelöst.

Heizkörper
Tapetenbahnen, die hinter den Heizkörper kommen, nimmt man von unten bis zur Höhe des Heizkörpers doppelt und schneidet sie in ca. 10 cm breite Streifen. Diese Streifen kann man bequem aufziehen und mit einem schmalen Farbroller von oben, unten und durch die Rippen hindurch andrücken. Häufig wird auch von allen Seiten her nur ca. 10 - 20 cm unter den Heizkörper tapeziert.

Doppelnahtschnitt
Gerade bei stärkeren, ansatzfreien Strukturprofil-Tapeten gelingen die Nähte besonders sauber, wenn man den Doppelnahtschnitt anwendet. Die neue Bahn wird so angesetzt, daß sie die vorherige um ca. 5-7 cm überlappt.
Im Überlappungsbereich werden mit einem Cuttermesser beide Bohnen oben einge- schnitten.

In diesem Anschnitt setzt man das Gleitfußmesser an und zieht den Schnitt freihand zum unteren Bahn-Ende.

Das Gleitfußmesser bietet dabei den Vorteil, daß es die Wand nicht anschneidet d. h. den Untergrund nicht schwächt. Anderenfalls würden die Nähte später leicht aufplatzen.

Nach dem Schnitt werden die beiden Randstreifen herausgezogen.
Der Nahtbereich wird nun mit der Bürste bzw. Moosgummirolle gut angedrückt. Kleisterflecke entfernt man mit einem feuchten Tuch oder Schwamm. Die Naht ist sauber und fast unsichtbar. Das liegt vor allem an den absolut bündigen Schnitt- kanten, aber auch daran, daß der Freihand-Schnitt von der Struktur überspielt wird.
Beschädigungen, Flecke usw. an der tapezierten Wand lassen sich leicht ausbessern, indem man ein neues Tapetenstück auf die Schadstelle hält und diese mit dem Cuttermesser ausschneidet. Das deckungsgleiche neue Stück wird an Stelle des alten (abgespaltenen) eingeklebt.

Ecken
Es ist unwahrscheinlich, daß Tapetenbahnen eine Wand voll abdecken. Also muß man Ecken bewältigen. Man sollte nie eine große Bahnbreite "um die Ecke bringen". Das Muster auf der neuen Wand würde schief, weil keine Ecke genau winklig und senkrecht steht. Die Bahn wird so geteilt, daß sie ca. einen Zentimeter um die Ecke herumreicht. Der Überstand wird mehrfach eingeschnitten. An der nächsten Wand muß die erste Bahn wieder neu gelotet werden.

Fensternischen
Man beginnt an einer Seite des Fensters mit einer gelotsten Bahn und setzt diese nicht an die Kante der Fensteröffnung, sondern laßt sie so weit überstehen, daß die Tiefe der Nische (plus Zugabe) abgedeckt wird. Oben und unten eingeschnitten kann der Überstand nach innen geklappt werden. Die Zugabe am Rahmen und die Überstände auf und unter der Fensterbank werden sauber abgeschnitten. Auf diese Weise kann nur eine Nischenseite geklebt werden. Die andere Seite und das Stück über dem Fenster müssen eingepaßt werden. Man kann auch die nächste(n) Bahn(en) oben einklappen und hat dann nur das fehlende Stück zu ersetzen. So setzt sich das Muster in der Nische richtig fort.

Abschluß
Für den sauberen Abschluß der Bahn an Decke und Fußleisten hat sich das Kantenschnitt-Lineal bewährt. Das speziell geformte Profil erlaubt exakte Einpassung ohne Beschädigung von Messer und Untergrund.


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